Golf Fitness Berlin

GOLF FITNESS

Golf Fitness Methode Faszientraining: Mehr Beweglichkeit und Länge für Golfer

Faszientraining hat sich mittlerweile zum Trendthema entwickelt. Die Allermeisten haben schon etwas davon gehört, viele verbinden damit harte, zum Teil schmerzhafte  Schaumstoffrollen. Was ist dran am Faszientraining und was bringt es speziell für unser Golfspiel?

 

Faszien, das lange Zeit vernachlässigte Bindegewebe

 

Faszie (lateinisch für „Band“, „Bandage“) bezeichnet die Weichteilkomponenten des Bindegewebes, die den ganzen Körper als ein umhüllendes und verbindendes Spannungsnetzwerk durchdringen. Jedes einzelne Organ, jeder Muskel, selbst jeder Nerv und jede Muskelfaser wird durch dieses Netz eingehüllt und eingebunden. Zu den Faszien gehören alle kollagenen faserigen Bindegewebe, Bänder und Sehnen sowie die „Muskelbinden“, die den Rückenstrecker umhüllen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 1: Netzstruktur der Faszien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 2: Faszien-umhülltes Muskelfleisch

 

Lange Zeit wurde diesem Bindegewebe von der Schulmedizin wenig Beachtung geschenkt, mittlerweile ist die große Bedeutung für uns immer mehr wissenschaftlich erklärbar. Denn ohne die Faszien könnten die Muskeln beispielsweise viel weniger Kraft erzeugen. Gazellen und Kängurus schaffen ihre Weitsprünge nämlich nur im Zusammenspiel von Muskelkraft und Faszien, die gemeinsam einen “Katapult-Mechanismus” bilden (Kram & Dawson 1998).

 

Den gleichen Mechanismus kann man mittlerweile auch bei Bewegungen des Menschens nachweisen. Überraschenderweise haben die menschlichen Faszien sogar eine ähnliche kinetische Speicherkapazität wie die bei Kängurus und Gazellen (Sawicki et al. 2009). Und wir nutzen diese nicht nur beim Springen und Rennen, sondern auch beim einfachen Gehen wirken diese "Federn".

 

Neben der Kraftaufladungsfunktion und Formungsfunktion weiß man mittlerweile auch um die Bedeutung der Faszien bei der Versorgung mit Nährstoffen. Die nachfolgende Abbildung fasst noch einmal alle Grundunktionen der Faszien zusammen.

 

 

 

Typische Faszienprobleme

 

Das Fasziennetz ist aus übereinanderliegenden Schichten aufgebaut, die aneinander entlang gleiten können. Bei zu wenig Bewegung verkleben oder verdicken sich die Faszienschichten allerdings. Im Alter können die Faszien sogar verhärten. Bildlich kann man sich dieses wie einen zu heiß gewaschenen Wollpullover vorstellen, der sich filzig um den Muskel klammert.

 

Quelle: Robert Schleip, Faszienforschungsgruppe Ulm

 

Durch diese Verklebungen wird die Beweglichkeit und Elastizität eingeschränkt. Ältere Menschen wirken durch diese "Steifheit" häufig älter, als sie sind. Der Katapulteffekt nimmt ab und die Anfälligkeit für Verletzungen steigt. Außerdem kann alles hinter dieser Verkrampfung und Verklebung nicht mehr richtig ernährt werden. Ganze Faszienregionen können „ausgetrocknet“ sein und dadurch ihre Funktionalität verlieren. Mittlerweile geht man z.B. davon aus, dass ein Großteil der nicht erklärbaren Rückenschmerzen hiermit im Zusammenhang steht.

 

Auswirkungen verklebter Faszien bei Golfern

 

Für männliche Golfer über 50 sind Einschränkungen in der Beweglichkeit die Hauptursache für nachlassende Länge und Ballkontrolle. Spürbare Zeichen hierfür sind, dass das Zubinden der Golfschuhe schwerer wird, die Hüftrotation eingeschränkt ist und die Beweglichkeit im Rücken beim Golfball-Aufteen nachlässt. Die meisten Golferinnen können hier aufgrund ihrer meist größeren Ausgangsbeweglichkeit einen Vorteil ausspielen.

 

Golfer profitieren ganz besonders vom Faszientraining

 

Ist Golf eine Sportart, für die das Faszienthema besonders relevant ist? Absolut! Hier kommt insbesondere der Katapultmechanismus voll zum Tragen. Die explosive Bewegung im Übergang zwischen Rück- und Abschwung wird maßgeblich durch die Faszien ermöglicht und nur zum kleineren Teil durch die Muskeln. Wir könnten also auch von "Fasziengolf" sprechen. Die enorme Beschleunigung des Schlägerkopfes ist nur möglich, wenn die elastische Aufladung des Rückschwungs optimal für den Abschwung genutzt werden kann, also wenn die elastische Speicherkapazität des Fasziensystems optimal funktioniert. Dies erklärt auch, dass "Bohnenstangen-" Golfer und Golferinnen im Teenageralter oft sensationelle Drives haben: Sie sehen nicht muskulös aus, aber ihr Fasziengewebe lädt sich noch optimal auf. Gut trainierte Faszien sind auch ein Grund dafür, dass der Drive der Pros so mühelos aussieht.

 

"Ich bin schon zu alt, um noch beweglich zu werden"

 

Gleichwohl wir diese Aussage häufig hören, ist sie für die allermeisten Menschen völlig unzutreffend. Beim Thema "Beweglichkeit" zeigt u.a. die Studie „Wie fit ist Deutschland?“ im Rahmen eines fünfwöchigen konsequenten Trainings auf, dass eine Verbesserung der Beweglichkeit weitgehend unabhängig vom Altersniveau erreichbar ist. Ein starkes und geschmeidiges Bindegewebe kann man im Laufe von 6-24 Monaten schaffen. Also ran ans Faszientraining!

 

Faszientraining für mehr Länge ist nicht nur „Blackroll-Training“

 

Das Ziel des faszialen Fitnesstrainings ist es, Bindegewebszellen ("fasziale Fibroblasten") zu stimulieren, neues Bindegewebe zu produzieren und um eine jugendlichere und "Känguru-artige" Faserarchitektur herzustellen. Dies geschieht durch Bewegungen, die das fasziale Gewebe über mehrere Verlängerungsbereiche laden, während sie ihre elastische Federkraft nutzen.

 

Dazu sind insbesondere dynamisches Dehnen und federnde, schwingende Bewegungen geeignet. Allgemeine und auch ganz "altmodische" Turnübungen helfen hier, wie Seilspringen oder das „Fliegendes Schwert“, bei dem man mit dem Oberkörper und den Armen über dem Kopf auf und ab schwingt. Für Golfer haben wir dazu speziellere Methoden entwickelt und z.B. das Trainingsgerät "Schwungkeulen" wiederentdeckt. Zusammen mit einer Leistungsgolferin haben wir dafür sehr gute und golf-spezifische Keulenübungen entwickelt.

 

 

 

Ach ja, und da ist ja auch noch die Faszienrolle. Dazu sei vorab gesagt: Sich nur auf die Faszienrolle zu legen, ohne zusätzlich dehnende und federnde Übungen zu machen, bringt viel weniger für das Erreichen von mehr Drive-Länge, da Faszienrollen beleben, nicht aber die Federfähigkeit der Faszien trainieren.

 

Die Massage mit der harten Schaumstoffrolle bewirkt, dass das Bindegewebe gedehnt wird. Durch diesen Reiz wird es besser durchblutet. Außerdem drückt die Dehnung Wasser aus dem Gewebe. In der Ruhestellung saugen sich die Faszien dann wieder voll – der Stoffaustausch wird beschleunigt, Kollagen wird entwickelt. Die Ruhestellung sollte dabei 2-3 Tage dauern, also nutzen Sie die Faszienrolle nur zweimal pro Woche an den gleichen Körperpartien.

 

Diese Selbstmassage erreicht aber nur oberflächliche Strukturen, so dass sich Verklebungen nicht so nachhaltig lösen, wie durch eine kräftige professionelle Tiefenmassage.

 

Golfspezifisches Faszientraining führt schnell zu einer wahrnehmbaren Veränderung. Schon ein- bis zweimal 15 Minuten Faszientraining pro Woche kann bei Golfern für ein angenehmeres und erfolgreicheres Spiel sorgen. Wer dauerhaft am Ball bleibt, wird merken, dass der Golfschwung leichter von der Hand geht. Wenn Sie den Winter dafür nutzen, vielleicht schon beim ersten Turnier des Jahres.

 

Und wie immer gilt: "Probieren geht über Studieren": Schnuppern Sie unverbindlich in unsere Golf-Fitness-Kurse oder Einzeltrainings hinein, die auch das Faszientraining beinhalten, und erleben Sie, wie gut es Ihnen tut.

 

 

Ihr

Jürgen Jaschke

 

Autor: Jürgen Jaschke, Berlin; Inhaber one two Golf Fitness

Kontakt: info@onetwo-fit.com; www.berlin.onetwogolffitness.com

 

 

 

 

 

 

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